Elizabeth Holmes’ Erscheinungsbild hat sich von dem auffälligen Make-up, das mit ihrem Aufstieg bei Theranos verbunden war, zu einem deutlich zurückhaltenderen Look gewandelt. Dieser Kontrast weckt Aufmerksamkeit, während Nathan Fielders Dokumentarfilm „You Can See Everything“ ihr öffentliches Image wieder in den Fokus rückt.

Der Film begleitet Fielder dabei, wie er wenige Tage vor dem geplanten Antritt ihrer elfjährigen Haftstrafe bei Holmes einzieht. Die wachsende Bekanntheit des Films hat auch Halloween-Verkleidungen inspiriert: Menschen stellen ihren vertrauten schwarzen Rollkragenpullover, ihre blonde Perücke und ihr dramatisches Make-up nach und verwenden dafür oft Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm oder dem Hulu-Drama „The Dropout“.

In den Jahren vor ihrer Verurteilung wegen Betrugs im Jahr 2022 war Holmes häufig mit offen getragenem blondem Haar oder einem lockeren Dutt, einem ausgeprägten Seitenscheitel und sichtbarem dunklem Haaransatz zu sehen. Zu ihrem Make-up gehörten oft rauchig geschminkte Augen, viel Mascara und schwarzer Eyeliner mit geschwungenem Lidstrich sowie kräftiger, über die natürliche Lippenkontur hinaus aufgetragener roter Lippenstift. Dieser Look war zwischen 2013 und 2015 in Interviews, auf Magazincovern und bei öffentlichen Veranstaltungen zu sehen.

Neuere Bilder zeigen einen anderen Ansatz. Rund um ihre Strafmaßverkündung trat Holmes ungeschminkt auf, während sie in Fielders Film mit Mascara zu sehen ist. Die Veränderung hat Zuschauer zu der Frage veranlasst, ob der natürlichere Look Mitgefühl wecken sollte oder ob andere Personen ihren Stil beeinflusst haben. Diese Möglichkeiten bleiben Spekulation.

Der Film wirft außerdem die Frage auf, ob Holmes’ öffentliches Image eine Rolle war, die sie bewusst geschaffen hatte, oder ob andere es prägten. Holmes hat die Vorstellung zurückgewiesen, sie habe ihre Persona selbst so beschrieben. Ihr Erscheinungsbild während des Aufstiegs von Theranos könnte auf ihre eigenen Entscheidungen, den Einfluss ihres damaligen Partners Ramesh „Sunny“ Balwani oder eine Kombination aus beidem zurückzuführen sein; auch die Gründe für ihren späteren Stilwechsel sind unklar.

Letztlich liefert der Kontrast zwischen dem auffälligen Make-up ihrer Jahre in der Öffentlichkeit und ihrem heute schlichteren Look keine eindeutige Antwort darauf, in welchem Maß ihr Erscheinungsbild ihr privates Selbst widerspiegelte und in welchem Maß es Teil des Bildes war, das sie nach außen präsentierte.

Quellen: WWD.